Berichte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

El Bolson

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Uruguay

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

BuenosAires

 

 

 

 

8. Januar 2007

Halli-hola. Ja, ich lebe noch und konnte mich heute endlich mal wieder aufraffen ein kleinwenig zu schreiben.

Jetzt sollte ich mir erst einmal ueberlegen wo ich denn anfangen koennte. Mein -durchaus heisser Monat- Dezember kam angeflogen und war mindestens genau so schnell wieder verschwunden, obwohl recht Ereignisreich war. Die Arbeit war relativ anstrengend, wie dies bei Temperaturen um die 30 bis 40 Grad logisch erscheint. Was fuer mich aber gar nicht logisch erscheint ist das argentinische Wetter.  Die Hitze hatte ich ja gerade schon erwaehnt, dass dann aber alle ein bis zwei Wochen ein Regen kommt, der sich vor dem Niederschlag erst einmal in einer ziemlichen Luftfeuchtigkeit aeussert und dann meist alles auf 15-20 Grad abkuehlt, ist fuer mein europaeisches Wettergefuehl schon ziemlich ungewoehnlich. Durch die Hitze haben wir nun auch unsere Arbeitszeiten verschoben und fangen schon eine Stunde frueher an.

Abends gehe ich nun meistens zweimal in der Woche zu einem Capeoira-Training (Wer es nicht weiss: Capoeira ist eine Art Tanz, die von brasilianischen Sklaven, als getarntes Kampfsporttraining ausgeuebt wurde.). Das Training macht mir unheimlich viel Spass, aber in den heissen Sommermonaten kostet es

 mich nun schon eine ziemlich grosse Ueberwindung auch wirklich immer hinzugehen. Im Uebrigen habe ich mit den Tenniseinzelstunden, die ich hier hatte, wieder aufgehoert, da es mir nun einfach zu teuer und anstrengend geworden. Mit anderen Jungs von diesem Tennisclub habe ich irgendwie gar keine Kontakte knuepfen koennen.

Am 16ten stand dann mein 21. Geburtstag an und ich feierte diesen eigentlich gar nicht -aber so wollte ich es auch. Stattdessen sassen David und ich bis in die Morgenstunden am Lagerfeuer und redeten ueber Gott und die Welt. Am 16ten selbst, gingen wir auf einen kleinen Markt (auf dem ich zu Beginn meiner Reise mit Olga war) in San Isidro und schlenderten noch bis zum Rio, um ein paar Anglern zuzusehen und um einfach die Seele baumeln zu lassen.

Einen Tag vor Weihnachten bekamen wir dann Besuch von  zwei Jungs, die ein soziales Jahr in Sao Paolo machen und die David kannten. Alle vier, verbrachten wir Weihnachten bei einer argentinischen Familie, mit deutschen Urspruengen, die uns sogar beschenkten. Anders wie in Deutschland wir an Weihnachten hier kraeftig geboellert, was wir dann in der Nacht am Rio de la Plata mitbekamen.

Vor Silvester hatten noch zwei weitere Freunde, der Freunde von David, den Weg zu uns gefunden und schliefen -wegen Platzmangels- in der Schule. In mein Zimmer wollte sich allerdings niemand begeben, was aufgrund meines damaligen Laueseproblemes -was hier ab und zu immer wieder vorkommt- nur zu gut verstaendlich war.

An Silvester selbst ging es also mit den vier Jungs und David im Bus in die Innenstadt -oder immerhin bis dorthin, wo uns der Busfahrer aus dem Bus warf, weil wir einfach nicht aufhoeren wollten lauthals deutsche Schlager und dergleichen zu singen und somit seine Kundschaft verscheuchten. Tatsaechlich waren wir fast die ganze Stunde Fahrt nur alleine im Bus. In der Innenstadt war jedenfalls tote Hose und wir liefen uns die Hacken wund, bis wir schliesslich ein paar besser situierte Touristen am Hafen von Buenos Aires trafen. Dort tanzten wir dann bis 2 oder 3 Uhr herum und hatten dann eigentlich vor in eine Diskothek in Palermo zu fahren. Nur leider verloren wir (David und ich) dann die anderen Jungs und marschierten noch auf eigene Faust -und mit einem Flaeschchen Wein bewaffnet- durch die Stadt. Um 5 oder 6 Uhr nahmen wir dann die Bahn Villa Adelina.

Die letzte Woche verlief  eigentlich stinknormal. Wir arbeiteten und assen :-).

Gestern war allerdings dann noch einmal ein Tag der Aufregung. Am Sonntag hatte man uns drei Welpen vor die Tuer gesetzt, die ich -David war nicht zuhause- dann erstmal hueten musste und sie mit Milch, Wasser und Brot versorgte. Ich baute ihnen direkt vor meinem Zimmerfenster eine Art Stall, was ich nachts noch bereuen sollte, da sie nicht aufhoeren wollten zu heulen. Ich tat in dieser Nacht fast kein Auge zu. Morgens (also gestern) war dein einer der kleinen auf der Strasse und der andere war drauf und dran ihm zu folgen. Ich also erstmal in Boxershorts -das Jaulen hatte mich nach kurzem Schlaf geweckt- auf die Strasse und die Hunde eingesammelt. Mittags wurden sie dann von den Tierfaengern der Stadt eingesammelt. Diese haetten aber schon viel frueher kommen muessen, um auch noch das Leben der Katze zu retten, welche zu diesem Zeitpunkt schon verschachert unter der Erde lag. Die Geschichte hierzu kommt jetzt:

Ich war auf dem anderen Schulgelaende zum Arbeiten mit David und Juan, als mich Juan zur Schule zurueckschickte, um dort weiter zu machen. Vor der Werkstatt steht das Fraeulein, die uralte Schulmutter. Sie schaut mich freudestrahlend an und sagt, dass es da eine tote Katze gaebe, die ich dann auch sofort hinter ihr liegen sehe, frisches Blut noch auf dem Boden. Ich schlucke erstmal, meine dann aber, dass sie irgendwie wie durch einen Unfall oder Aehnliches gestorben ist. Also frage ich sie erstmal "Wie ist denn das passiert?". Die Alte erwidert: "ich habe sie umgebracht". Okaaaay, denke ich und frage: "Aber es war doch sicher ein Unfall" , da ich ja weiss, dass die Alte ihre Tiere ueber alles liebt. Doch sie meint: "Nein. Ich musste sie umbringen, da sie ausgesetzt wurde und wir hier nich so viele Katzen haben koennen." Sie nimmt den Spaten neben ihr und macht ein Ausholbewegung -Zack- "So habe ich sie umgebracht." Irgendwie bin ich nun erstmal schockiert und nicke nur, als sie mir auftraegt die Katze zu vergraben. Erst spaeter wurde mir dann klar wie senil die Alte schon ist und wie wenig sie noch versteht was sie tut. Den ganzen restlichen Tag ueber war sie bleich und zitterte -ich dachte schon, dass sie nun auch schon kurz vor dem Tod durch einen Herzinfarkt steht. Diese Sache war schon eine ziemlich krasse Geschichte und auch die Lehrer -ja sogar Juan- waren fassungslos, als ich ihnen davon erzahlte. Nur Roberto, unser Pfoertner, reagierte entspannt. Sie haette vor zwei Jahren schon einmal eine Katze umgenietet -damals direktz vor den Augen des damaligen deutschen Zivis.

Passt auf euch auf und lasst euch keine schwarzen Katzen ueber den Weg laufen, Claudio

 

 

1. Dezember 2007

Wow, schon Dezember! Also, macht mal schoen eure Kalenderchen auf, ich werde darauf leider verzichten muessen. ;-)

Die Woche lief ganz gut. Die Arbeit war ueberhaupt nich hart -wir haben die meiste Zeit nur irgendwelche Tueren abgeschliffen und von der Farbe befreit. (David war uebrigens nicht hier, da er mit der siebten Klasse im Landschulheim war.) Sonst verlief aber eigentlich im alten Schema. Nur eine Sache war anders: Ich hatte am Donnerstag mein erstes Tennistraining. Der Trainer -Federico- war nur ein wenig aelter als ich und spielt in etwa wie ich. Aber es ist ein ziemlich geiles Gefuehl  nach vier einhalb Monaten endlich wieder auf dem Platz zu stehen. Ich glaube, ich habe den ganzen Freitag nur gegrinzt.

Heute habe ich, nach der Arbeit, den Bus 130 in die Stadt genommen. Genauer gesagt in das Viertel Recoleta. Es war der Tag, an dem ich mich als richtiger Tourist gefuehlt habe. So ging es dann, Kamerabehangen, erstmal in den japanischen Garten, der mir so stark missfiel, dass ich nach 10 Minuten wieder die Kurve kratzte. Dann lief ich erstmal eine halbe Stunden an der Avenida Libertador entlang, an allen moeglichen Museen vorbei -die ich heute alle missachtete. Mein Ziel war der bekannte Friedhof von Recoleta, auf dem auch Manuel Belgrano und Evita Peron bestattet wurden. Irgendwie fand ich es aber ziemlich schaurig an den Mausoleen und oberirdischen Graeber verbeizuwandern und zwischendurch immerwieder das Klicken der Fotoapperate der Touristen zu hoeren. Man haette fast meinen koennen im Disneyland fuer Erwachsene gelandet zu sein, obwohl ich mich so bei bestem Willen nicht fuehlte. Nach einer Stunde im Grablabyrinth, war ich wirklich froh mich auf den bunten Markt vor dem Friedhof fluechten zu koennen. Nicht wenig spaeter ging es dann auch wieder Richtung Villa Adelina.

Morgen sind David und ich bei einer Mutter von Schuelern zum Essen eingeladen. Mal schauen was da noch so auf uns zukommt.

Vielleicht auch noch ein Wort zum Wetter: So langsam spuert man den argentinischen Sommer. Es hat schon locker ueber dreissig Grad und du Luftfeuchtigkeit ist eben auch anders als in good ol Germany. Es ist fuer mich unvorstellbar, dass ihr jetzt zuhause hockt und euch alle moeglichen Koerpeteile abfriert (...dass bald Weihnachten ist genau so wenig).

Passt auf euch auf

 

 

24. November 2007    

Back in town- schon wieder! Ja, die letzten drei Tage war ich schon wieder weg. Diesmal sollte es die Schulfarm, zwei Stunden ausserhalb der Stadt seien. Ich war dort mit der vierten Klasse, dem Gartenbaulehrer Jose Louis und den Klassenlehrern. Jose, der Deutsch kann, ist echt ein ziemlich lustiger und wir redeten stundenlang ueber Zukunftsaussichten und Vergangenheiten. Zwischendurch wurde natuerlich auch kraeftig gearbeitet, aber auf dem Land kam mir die Arbeit einfach nicht so wie Arbeit vor.

Heute war ich dann noch einmal unterwegs, um einen Tennisclub zu finden und tatsaechlich konnte ich direkt ein Training -am naechsten Donnerstag- fest machen. Na endlich, wird auch echt Zeit!

David ist uebrigens momentan auf einem Camp und ich spiele hier alleine den Hausmann.

Lasst von euch hoeren y suerte, Claudio

 

 

19. November 2007 -Klassencamp in El Bolson

Ich bin wieder in Buenos Aires. Diesen Fakt hatte ich spaetestens aufgenommen, als mich Diana -die fuer mich zustaendige Lehrerin- freudestrahlend mit den Worten "Wie geht es dir denn, David?" begruesste. Der erste Arbeitstag liegt nun schon wieder hinter mir und ich erinnere mich einen Tag nach meiner Ankunft an die Zeit in El Bolson:

 

    Tag 1/2 -die Reise nach El Bolson

Abfahrt zu dem von Buenos Aires 2000 Kilometer entfernten El Bolson war am 8.11 um 14.00Uhr Ortszeit an der Escuela St. Miguel Arcangel. Ganz argentinisch war die urspruengliche Abfahrtszeit auf 13.00Uhr beziffert worden. Einen Bus wie den unseren hatte ich fuer den allgemeinen Fernverkehr wirklich nicht erwartet. Oben hatten die Schueler Platz und unten gab es dicke Ledersessel und einen Plasmafernseher fuer die Erzieher (zu denen ich -man hoere und staune- auch gehoerte). Die Fahrt mit den fast 50 Schuelern und 4 Betreuern dauerte etwa 24 Stunden. Neben der Pampa und dem bekannten Ferienort Bariloche, konnte ich auch den wunderbar weitern Sternenhimmel zum Einschlafen geniesen. In der Reisezeit habe ich immerhin ein ganzes Buch ausgelesen. Als wir dann am 9.11. ankamen kam mir das kleine Nest El Bolson und seine Umgebung ein wenig wie eine Mischung aus Neuseeland und dem Lake District in England vor. Am ersten Tag sind wir noch zu einem See (lago Puelo) gefahren, wohin wir mit Hilfe eines Lieferwagens gelangen auf desen Ladeflaeche die 50Personen irgendwie Platz fanden. Der See ist nur wenige Kilometer von der chilenischen Grenze entfernt -ich glaube in etwa 5 Km. Mit den Kids klappte es bis zu diesem Zeitpunkt hin ganz gut und auch spaeter gab es kaum Probleme.

 

    Tag 3 -Patagonien also

Dieser kleine aber feine Fakt war mir zuvor entgangen. Wie mich Pato -eine der beiden mitgereisten Muetter aufklaerte- liegt El Bolson mitten in Patagonien. (Ich war davor immer davon ausgegangen, dass Patagonien nur im krassesten Sueden des Landes lege.) Anscheinend wir die ganze Andenkette dort Patagonien genannt. Wie auch immer: Ich war da! ;-)      Das Wetter schien es gut mit uns zu meinen und so scheinte am ersten Wandertag die Sonne. Uebernachtet hatten wir im Uebrigen in unseren Schlafsaecken (ich hatte meinen -sowie Isomatte und Rucksack- von Olga ausgeliehen) einer klitzekleinen Waldorfschule. Zum Beginn des Wandersweges wurden wir eingezwaengt -wie in einem Viehtransport- in einem Bus kutschiert. Wir liefen etwa 6 oder 7 Stunden -und zwar nur bergauf. Fuer mich war diese Anstieg weniger ein Problem, als fuer einige der Schueler, die zum Teil anfingen zu weinen und zurueck in ihr Stadtleben wollten. Gefuehrt wurden wir von drei einheimischen Guides, die ziemlich lustig drauf waren. Auf der Reise waren uebrigens auch zwei heilpaedagodische Maedchen dabei. Die eine war taub und liess sich den ganzen ersten Tag nur durch Zerren bewegen. In einigen Momenten liess sie sich auch einfach fallen um nicht mehr laufen zu muessen.

 

Ueber die 5 Walkie-Talkies versuchte dann immer der eine Lehrer, das taubstumme Maedchen an den bestnoeglichsten naechsten Lehrer abzuschieben. Aber am Ende des Tages hatte sich die ganze Anstrengung natuerlich gelohnt. Die Blicke auf die Anden waren gigantisch, die Waelder gruen und die Baeche bestanden aus pursten Trinkwasser. Unsere Huette lag auf etwa 1600 Metern Hoehe und war ueberraschender Weise von Schnee umgeben. Die Kids nutzen diesen natuerlich direkt fuer ein paar wilde Schneeballschlachten. Das einzig negative an dem Tag waren meine Fuesse. Meine neuen Schuhe hatten an den Fersen gerieben und an jedem Fuss jeweils eine ein Euro grosse Blase entstehen lassen. Die Blasen wurde ich die gesamte Reise nicht mehr los und kann sie erst jetzt, in Buenos Aires, an der Luft heilen lassen.

 

     Tag 4 /5 -Welcome to the Jungle

Den vierten Tag unserer Reise verbrachten wir im Refugio und erholten uns (So war es zumindest gedacht: Einen Tag Laufen, dann immer einen Tag Pause). Aber natuerlich lagen wir nicht einfach auf der faulen Haut rum, sondern zogen los, um im (Fast-)Sommer auf Tueten Schlittenfahren zu gehen. Der Hang lag einen halbstuendigen Fussmarsch vom Refugio Hielo Azul (-blaues Eis) entfernt und als wir zurueck kamen waren unsere Schuhe hoffnungslos durchnaesst, die Stimmung dafuer aber super. Hier konnte ich leider keine Fotos machen und auch sonst werdet ihr merken, dass ich die Kamera nicht immer Einsatzbereit hatte. Zum Einen fehlte die Lust ein wenig, zum anderem war es einfach wirklich umstaendlich die riesige Kamera bei jeder Gelegenheit aus dem noch umstaendlicheren Rucksack herauszukruschteln (Ich hoffe ich kann meine Fotos noch durch ein paar der Kids ergaenzen). Das Refugio war zwar schoen warm, aber die Heizungroehren waren leider in keinster Weise geschuetzt, sodass sich der Grossteil der Grupper heftige Verbrennung zuzog (Ja, ich gehoerte auch zu den Dummen!). Wir schliefen alle zusammen unter dem Dach -komischer Weise kann ich mich aber an keinen allzu schlimmen Geruch erinnern.

Geweckt wurden wir durch ein Lied, dass Martin und Lou (Lousiana) jeden Morgen zum besten gaben und welches ich schliesslich auch den ganzen Tag vor mich hintraellerte. Die Mahlzeiten waren die gesamte Zeit ueber ueberhaupt nicht ausgewogen. Morgens gab es meistens suesse Kekse mit der suessesten heissen Schokolade, die je getrunken habe (an manchen Tagen hatte ich wirklich Angst, dass mir alles Zaehne ausfallen wuerden). Mittags gab es meist Lunchpakete, die aus Muesli ohne Milch, aus Salami, Kaese, salzigen Keksen und Bonbons bestanden. Erst abends gab es dann eine "normale", warme Speisse.                         Nun aber zurueck zum fuenften Tag. Dieser war wohl einer der haertesten fuer die Kiddos. Es ging erst vier oder fuenf Stunden durch Schnee und Eis -und zwar den Berg herauf- bevor wir schliesslich im Match abstiegen und nach insgesamt acht Stunden die naechste Huette erreichten. Die Tour war unglaublich schoen und fuehrte durch wirklich unterschiedliches Terrain. Die naechste Huette schien in Hobbiton in Mittelerde errichtet zu sein, jedenfalls wirkte die Landschaft und die Stimmung genau so. An dieser Huette empfing uns dann Marina, eine Englischlehrerin der Schule, die von dortan das Team noch weiter verstaerkte. Wir waren nun acht Erzieher. Da war Martin, der Klassenlehrer; Lou, die Tochter von Olga und Assistenzlehrerin der Klasse; Oscar, der Sportlehrer -ein alter Haudegen; Marina; Pato, die Mutter einer heilpaedagogischen Schuelerin, die anscheinend immer mal wieder epileptische Anfaelle hat; Sizillia, die Mutter des taubstummen Maedchen und schliesslich noch ich. Es war zwar wirklich gut, so viel Erwachsene dabei zu haben, aber irgendwie fuehlte ich mich z.T. etwas deplaziert, da ich eigentlich die gesamte Zeit lang kaum Aufgaben zugesprochen kam.         Das Wetter war uns an diesem Tag auch treu und es regnete nicht (was eher ungewoehnlich fuer diese Gegend ist). Die bester Methode diese Kaelte loszuwerden, war die staendige Bewegung und abends ein schoenes Lagerfeuer. Ja, so muss das Leben wohl wirklich vor vielen Jahrzehnten gewesen seien. Kein Strom, kein Telefon, keine Kommunikation, dafuer aber die Schoenheit der Natur, Wasser aus Quellen und Waerme durch andere Koerper und Lagerfeuer.

 

Tag 6 /7 -vom Witzbold und Marsch

Tag Nummer sechs war wie gewoehnlich zum Erholen und ich bekam endlich eine Dusche zugesprochen -und diese war auch noch warm. Die Jungs und Maedels brachten mir das Pfeifen auf den Fingern bei und spielten mit mir ein Wuerfelspiel, bei dem man 5er und 1er wuerfeln muss. Natuerlich fragten sie mich auch die ganze Zeit ueber Einzelheiten aus meinem Leben aus. Am Morgen dieses Tages ging ich mit Martin und Lou mit, um die Kids mit dem Lied zu wecken, welches uebersetzt wohl in etwa so geht:

Oh Kinder wacht auf, der Kuckuck hat schon gesungen, hinter den Bergen....Hoch, Hoch -Kuckuck, Kuckuck.

Wenn ich in meiner Kindheit jeden Tag mit so einem Lied aufwachen haette muessen, haette ich wohl ein ziemlich Trauma, aber die argentinischen Kids scheinen es ganz gut zu vertragen. Jedenfalls gingen wir dann zu den kleineren Huetten, in denen die Schueler schliefen. Hier merkt ich dann auch -ein fuer alle mal- dass Martin wirklich ziemlich lustig/komisch/seltsam drauf ist. Er bewarf die Schueler zum Wecken mit ihren eigenen Schuhen und zog Rob sogar mitsamt Schlafsack aus der Huette. Solche Sachen brachte er oefters als man es erwarten sollte und jeder der sich gegen diese Herrschaft stellte, wurde mit ziemlich heftigen Worten bedacht. Zum Beispiel hat er sich auch (zwei Mal sogar) ein Hoeschen von einem Maedchen als Muetze aufgezogen -Vor jedem Marsch wurden verlorenen Sachen zurueckgegeben und bei den Hoeschen meldete sich eben niemand. Es ist schon ein komisches Bild, wenn man sich einen Lehrer -um die 50 Jahre alt-, umringt von 50 Schuelern und 5 Erwachsenen, strahlend und stolz mit einem durchschwitzten Hoeschen auf dem Kopf vorstellt. Ein weiteres Beispiel, war dann sein Verhalten gegenueber Lou beim naechsten Camp, wo eine Gruppe Israelis Ferien machte. Martin stachelte sofort alle Kindern an, um Lou einen Freund zu organisieren -Martin wusste, dass Lou sich kurz davor von ihrem Freund getrennt hatte und die Hilflosigkeit war foermlich in ihren Augen zu lesen, als sie sich verkrampft dem einen oder anderen Israeli vorstellen musste. Aber am meisten erstaunte mich wirklich die Kontinuitaet mit der Martin seine Bomben auspackte. (Fuer mich war es alles in allem aber ziemlich lustig, einen Vater von einem behinderten Sohn und einer Tochter, die angeblich nicht mehr ernst mit ihm redet.)

Der siebte Tag wurde zum laengsten Fussmarsch, aber ebenfalls zu einem sehr schoenen. Wir konnten am Fusse eines kristallklaren Flusses in atemberaubender Hoehe den Flug zweier Kondore beobachten. Die Zeit vertrieb ich mir mit Smalltalk auf Spanisch und Englisch und so kamen wir auch relativ schnell am naechsten Refugio an. Dieses lag einem unglaublich klaren See, in dem sich die Anden spiegelten. Der Mann, der in dem Refugio hauste -Sergio- war ein wenig durchgedreht und lachte nach jedem noch so normalen Satz laut auf. Das Refugio war ziemlich klein und viel schlecht als die beiden anderen, aber wir nahmen es doch herzlich gern als Uebernachtungsmoeglichkeit auf.

 

    Tag 8 -Kaelte and friends

Krank. Warum bitteschoen werde ich immer krank?! Ja, mich hatte es wieder erwischt und ich nutze dem Tag zum Ausruhen nicht wie die anderen zum Schwimmen in den Lagunen, sondern zur teilweisen Erholung meines Koerpers. Ich sollte mich aber vielleicht nicht allzu sehr wundern, hatte ich doch nur wenige Stunden schlafen koennen und diese dann auch noch auf einem unbequemen und kleinen Tisch vor einem Wind- und Wetterdurchlaessigen Fenster. Mein Schlafsack liess sich nicht schliessen und so musste es eben kommen, wie es kam. Den Blick auf den See genoss ich aber trotzdem, auch wenn mich die fragenden, besorgten und zweifelnden Blicke der anderen Erzieher eher stoerten.

 

    Tag 9 -...wer haette nicht mitgefiebert

Und ab ging es. Wieder zurueck zum Refugio Retamal -diesmal gluecklicherweise mehr ab- als aufwaerts. Leider hatte ich an diesem Tag Fieber -gab es denn Lehrern gegenueber aber erst am Abend zu. So lief ich, eine Ibuprofen intus und einen Fuss vor den anderen setzend, die Haenge herunter, sprach moeglichst wenig und machte gute Mine zum boesen Spiel. Die Landschaft war wieder unglaublich und der Tag warm. 5 Stunden waren wir in etwa unterwegs, von denen ich aber eigentlich nur die letzte richtig in Erinnerung habe und in der ich mich einigermassen auf dem Damm fuehlte. Es war das schoenste Gefuehl der Welt, als ich schliesslich mein mit 5 Buechern, Kleidung, Schlafsack, Essen und Geschirr aufgefuellten Rucksack ablegen konnte. Immerhin durfte ich dann als erster duschen, da die Lehrer natuerlich mitbekommen hatten, dass es mir nicht wirklich gut ging.

 

    Tag 10/11 -I say goodbye and Buenos Aires hello...hello, hello

Am neunten Tag war wieder erholen angesagt und ich erholte mich tatsaechlich praechtig von den vorhergegangenen Strapazen. Ich las mein John Grisham Buch fertig (the Summons auf englisch) und spielte dann mit den Kids Wuerfelspiele. Arbeit hatte ich eigentlich kaum. Auch heute reduzierten die Lehrer meinen Aufgabenbereich auf fast null.

Abschied nehmen hiess es aber dann am zehnten Tag . Ich genoss den Blick auf den 1300 Metern des Retamal ein letztes Mal und lief mit der Gruppe hinterher, ueber die ich in den vergangenen Tagen einen ganz guten Ueberblick bekommen hatte. Eigentlich haette mir in diesem Augenblick das herz sehr schmerzen muessen -und ein wenig tat es dies natuerlich auch- eigentlich konzentrierte ich mich aber zu sehr auf den Weg, auf die herannahende Arbeit in Buenos Aires, die freien Stunden ohne Zapfenstreich und auf die Landschaft, die erst in El Bolson wieder wie ein fernes Maerchen erschien. Der Marsch war fuer die kurzen vier Stunden relativ hart, aber ich sog trotzdem noch einmal die klare Luft und die Schoenheit der Natur in mich ein. Robin lief eigentlich die ganze Zeit neben mir, um sein englisch zu verbessern und ein wenig Gesellschaft am Ende der Gruppe zu haben. (Ich lief gerne dort. Erstens um Schuelern zu helfen die nicht mehr konnten un zweitens um die Stille zu geniesen.) Irgendwann kamen wir aber dann eben doch zu einem Schluss und der frisch geduschte, vorangerannte Martin bergruesste uns uebererschoepft und froh. Den restlichen Weg nach El Bolson legten wir wieder eingepfercht in einem Collectivo (Bus) zurueck. In El Bolson assen wir noch Eis und kauften Proviant fuer den Heimweg. Und ab ging die Fahrt...!

 

    Tag 12 -Back in town

Zurueck im Staedtchen. Gestern ging es wieder mit dem Bus zurueck und die Busfahrt gestaltete sich als ziemlich entspannt. Ich konnte gut schlafen und schaute mir 2 einhalb der drei Herr der Ringe Filme (el senor de los anillos) an. Nach einer kurzen Abschiedsszene an der Schule konnte ich dann endlich die heissersehnte Dusche entgegen nehmen, die ich seit drei Tagen vermisst hatte.

Unter dem Strich konnte ich viel von der Reise mitnehmen. Viele schoene Momente mit den Kids, eine der unberuehrtesten Landschaften (die gleichzeitig auch noch voellig verwunschen scheint) die ich je gesehen, erlebt und gespuert habe. Das aber wohl Beeindruckenste war fuer mich wohl der krasse Unterschied zwischen Argentinien, dem Land und Argentinien, der Stadt. Fuer mich lagen da wirklich mehr als nur ein paar Weltern dazwischen und diesen Fakt so stark zu spueren ist mehr als hier die Worte beschreiben koennen.

 

 

18. November 2007  -Trip nach Uruguay

Nun bin ich also zurueck aus El Bolson und komme endlich wieder zum Schreiben, aber bevor ich irgendetwas ueber das Camp erzaehle, folgt erst einmal ein kleine Zusammenfassung des Wochenendtrips nach Uruguay am 3. und 4.11..

Die letzten Wochen waren mit Arbeit nur so zugekleistert und David und ich waren absolut happy endlich einmal wieder dem Grossstadtjungel entfliehen zu koennen. Die Schiffe nach Uruguay fahren von der Stadtmitte und dem ruhigeren Stadtteil Tigre  -fuer den wir uns entschieden- ab. Wir wussten bis zur Abfahrt eigentlich gar nichts, weder Bootsgesellschaft, noch gewuenschtes Reiseziel, fanden dann aber schnell eine Firma fuer Grossraumcatermarane. Wir fuhren nach Carmelo, einem klitzekleinen Kuhkaeffchen, in dem -wie sich bald herausstellen sollte- am Sonntag die Grosszahl der Geschaefte zu haben (es hat eigentlich nur ein Restaurant und eine Eisdiele offen).  Nach Montevideo wollten wir im Uebrigen nicht, da wir ja aus der Grossstadt raus- und nicht in die naechstbeste rein wollten.

Das Schiff ueberquerte bei rauer See in ein paar Stunden den Rio de la Plata und ankerte dann in Carmelo. Nun standen wir da: Ohne Uruguayisches Geld, frierend und absolut planlos. So erkundigten wir und nach dem "Stadtzentrum" und fanden sogar eine Credit Agricole- Bank, in der der EC-Automat ein wenig Geld ausspuckte. Ein kleines Hotel, in dem wir nach 3 Monaten TV-Abstinenz den Film City of Gods schauten, war auch schnell gefunden. An diesem Abend dinierten wir wie die Koenige und waren ueberrascht, dass Uruguay anscheinend noch billiger als Argentinien ist.

Den naechsten Tag geisterten wir durch die Stadt und landeten schliesslich am Strand, wo wir freien Blick auf den Rio de la Plata hatten. Wir lagen Stunden im Sand, lasen, holten uns einen Sonnenbrand und freundeten uns mit einem kaotischen Hund an, der in regelmaessigen Abstaenden das Meer anbellte. Ohne die Hintergrundgerauesche der vorbeifahrenden und hupenten Autos, liessen wir so richtig die Seelen baumeln.

Sonntag Nacht ging es zurueck. Die See (bzw. der gigantische Fluss) war ruhig und wir hatten einen bezaubernd klaren Blick auf den Sternenhimmel der suedlichen Hemissphere. -Nur der elektrisch leuchtende Himmel im Osten erinnerte uns an das Reiseziel Buenos Aires.

 

 

31. Oktober 2007

Wie man sieht kam ich in der letzten Woche nicht wirklich zum Schreiben -zu Beginn fehlten mir Ereignisse und zum Schluss die Zeit.

Die letzte Woche zog sich ziemlich schleppend hin. Es gab nicht sehr viel nuetzliche Arbeit, sondern eher Aufgaben, die uns eben zugewiesen wurden, um uns zu beschaeftigen. Die Woche verging dann ohne irgendwelchen besonderen Ereignisse. Ich sass die ganze Woche am neuen Harry Potter, den ich auf Englisch gelesen habe (was ein Outing ;-)).

Am Samstag waren wir dann mit Nathalia und Andreas (zwei Deutsche, die in Buenos Aires zur Schule gehen) weg, beendeten den Abend dann aber auch nur in einer Pizzeria. Die zwei uebernachteten dann bei uns, aber wir konnten nicht wirklich ausschlafen, da Wahlen waren. Unsere Schule war ein Wahllokal und die Lehrer hatten es nicht fuer notwendig angesehen uns darueber aufzuklaeren. Jedenfalls liefen an diesem Tag geschaetzte tausend Menschen an unserem Haus vorbei in die Schule. Argentinische Wahlen darf man sich im Uebrigen nicht wie die deutschen Wahlen vorstellen. Es gab ein ziemlich grosse Aufgebot an Polizei und sogar das Militaer war an unserer Schule. War schon komisch aufzustehen und vor der Haustuer erstmal an einem schwerbewaffneten Polizisten zum Broetchenholen vorbei zu gehen.

David hatte am Dienstag Geburtstag und wurde zwanzig, also gingen wir am Montag Abend noch mit den Jungs vom Fussball Pizza futtern und feierten danach mit ein paar Leuten in Davids Geburtstag rein (unsere Cassita stinkt bis jetzt noch).

Achja, die naechsten zwei Wochen werde ich wohl nicht zu erreichen sein, da ich mit auf ein Camp im Sueden des Landes darf. Dort werde ich bei der Betreuung der achten Klasse aushelfen...Soweit ich weiss gehen wir in den Anden wandern und es soll wohl ziemlich schoen sein. :-)

Hier kurz eine Karte, wo wir hinfahren (der gelbe Pin ist Buenos Aires und der pinke El Bolson -man hat mir gesagt, dass diese Stadt nur auf einem vierstuendigen Fussweg erreichbar ist):

 

 

Am Samstag und Sonntag (Montag wohl auch), werden David und ich uebrigens nach Uruguay fahren, um unser Visum zu verlaengern.  Zum Glueck gibt es also ein paar Dinge, die mir den nun schon fast eingeschliffenen Tagesablauf wieder ein aufhellen. (David wird uebrigens naechste Woche vier Tage mit einer Klasse aufs Land fahren und am Ende des Monats auf ein einwoechiges Camp in der Naehe von Buenos Aires gehen). Ich werde mich fruehestens am 21. November wieder melden koennen.

Passt auf euch auf, Claudio

 

 

22. Oktober 2007

Woche...wo ist eigentlich die Woche geblieben? Schon wieder ist Sonntag, aber wie eine ganze Woche kamen mir die letzten sieben Tage bei Weitem nicht vor. Vielleicht hat dies auch etwas mit derm Umstand zu tun, dass die Schueler und Lehrer Ferien hatten und einfach kaum Leute auf dem Schulgelaende unterwegs waren. Montags hatten wir dann auch noch einen Feiertag und kann mich einfach nicht daran erinnern, was ich da gemacht habe. Vielleicht gelesen?! Die Woche habe ich immerhin zwei Buecher ausgelesen, was anhand der Arbeitszeiten und meiner Lesegeschwindigkeit ziemlich betraechtlich ist.  

Die Arbeit in dieser Woche fand groesstenteils auf dem neuen Schulgelaende, in welches der Kindergarten im naechsten einziehen wird, statt. Man muss sich vorstellen, dass das Areal dort nicht nur aus einem Haus fuer den Kindergarten, sondern ebenfalls aus einer riesigen Halle -eigentlich 2 Hallen- besteht. Die Hallen gehoerten bis zum letzten Jahr zu einer Fabrik von einer Grossbaeckerei. Jedenfalls lag es nun an David, Juan, Roberto und mir dort Ordnung zu schaffen.

Da die Hallen noch als Lagerstaette fuer Schulutensilien und Baeckerausruestung benutzt wird, wir gleichzeitig aber den gesamten Boden schrubben sollten, mussten wir die Dinge ein paar Mal hin und her tragen (was jeweils etwa einen halben Tag in Anspruch nahm). Der Boden war dann mit irgendwelchen Kunststoffzeugs verklebt, welches wir verzweifelt abzukratzen versuchten. Wenigstens grillten wir dann am Donnerstag Mittag alle zusammen auf dem Fabrikgelaende.

Am Freitag ging es zu Eugenia, die mit uns in der naechsten Woche einen Film auf Spanisch anschauen will. Apropos, mein Spanisch ist nicht wirklich die Wucht und es faellt mir immernoch ziemlich schwer am Ball zu bleiben. Ich schaue mir zwar Verben und Vokabeln an, aber diese zu behalten, ist dann wieder eine andere Sache.

Am Samstag Nachmittag merkten David und ich dann die allgemeine Erschoepfung in unseren Knochen. Ich war wirklich ziemlich schlaftrunken und habe so auch das restliche Wochenende im Bett oder mit einem Buch in der Hand verbracht, obwohl meine Plaene am Freitag mindestens einen Ausflug in die Stadt einschlossen.

 

 

16. Oktober 2007

Hola und herzlich wilkommen zu meinem kleinen Wochenrueckblick. 

Meine Woche fing am Montag mit einem ziemlich stressigen und langen Arbeitstag an. Wie ich ja im letzten  Bericht schon erwähnt hatte, war mein Sonntag ein ziemlich nasskaltes Erlebniss und dementsprechend war ich am Montag Morgen auch ein wenig erkaeltet bzw. fuehlte mich einfach nicht ganz wohl. An diesem Tag sollten wir die gesamten Kullissen vom Zirkus (der am Sonntag das letzte Mal stattgefunden hatte) fortschaffen. Danach kam dann ein LKW -der eigentlich ein alter, umfunktionierter Schulbus war- der beladen werden musste. Wir hieften also von Holzpaletten, ueber Zirkuskulissen, bin hin zu Stahltraegern alles auf den Wagen, nur um es im neuen Schulgelaende wieder abzuladen. Die restlichen Arbeiten des Tages habe ich jetzt nicht mehr im Kopf, dafuer aber, dass wir erst um 17.30Uhr gehen durften -eine Stunde spaeter als sonst.

Ich dachte zu Beginn der Woche also, dass diese nie zu Ende gehen wuerde, lag damit aber dann wohl doch falsch. Die Arbeit an den restlichen Tagen war naemlich ueberaus annehm- und machbar. Von Dienstag bis Donnerstag waren wir jeden Morgen sogar eine Stunde in der zweiten Klasse und durften den Kindern helfen Holzanhaenger zu bauen. Es ist eine ganz lustige Situation, wenn du jemanden helfen sollst, aber nicht verstehst was derjenige sagt. So ging David und uns mit den Kindern naemlich. Wie Kinder nun einmal sind, stellten sie uns die lustigsten Fragen, aber leider konnten wir davon gerade mal die Haelfte beantworten. Wir sind eben immer noch in einem Lernprozess.

Dazu passt dann, dass Eugenia, am Dienstag den Spanischkurs absagte. Dafuer durften wir aber am Freitag kommen und es war wieder einmal eine ziemlich lustige Gesellschaft.

Das Wetter war diese Woche wieder einmal nicht gerade toll. Hatten wir montags noch Sonne, Hitze und besonders Schwuele, so regnete es bis Samstag durch. Dieses Wetter mag ich zwar nicht, die Moskitos scheinen es aber zu lieben. Es ist noch lange nicht Hauptsaison dieser Viecher und  trotzdem sind David und ich ziemlich zerstochen.

Am Dienstag haette ich zum Probetraining in den Tennisverein kommen duerfen, aber da es ja regnete, sagte man mir (als ich trotz des Regens hingefahren war und drei Trainer getroffen hatte), dass ich doch am Samstag trainieren koenne und mich der entsprechende Lehrer am Samstag um neun Uhr morgens nocheinmal anrufen werde. Natuerlich haette ich auf diesen Anruf bis heute warten koennen, haette ich nicht dann um 12.00 Uhr, nach Arbeitsschluss, selbst angerufen. Jedenfalls hiess es dann, dass der Trainer -mit dem ich ja um 14.00 Uhr eigentlich haette trainieren sollen- gerade Unterricht habe und mich am naechsten Dienstag anrufen werde. Dazu kann ich nur wieder sagen: Willkommen in Argentinien! (Ich habe mir aber fest vorgenommen mir einen anderen Club zu suchen, falls die Sache sich jetzt noch ein paar weitere Monate herauszieht.)

Diese Woche hatten wir ein verlaengertes Wochenende, da heute, am Montag, irgendein Feiertag ist. Um ehrlich zu sein, nutze ich dieses Wochenende aber ueberhaupt nicht richtig zum Weggehen aus. Ich sass eigentlich ziemlich lange da und habe nur gelesen und mich ueber ein paar Dinge im Internet informiert. Gut, im Unicenter war ich auch und habe mir mein erstes Buch auf Spanisch von Pablo Neruda gekauft, aber sonst war da nicht viel los. Am Samstag Abend sassen wir auch noch in einer kleinen Bar, bei uns in der Naehe und sahen uns das Fussballspiel Argentinien-Chile (2:0) an. Es war ganz interessant, da wir das Altersniveau in dieser ziemlich runtergekommenen Kneipe drastisch senkten. Alle anderen Maenner dort, schienen weit ueber 50 zu sein und den anonymen (wenn auch nicht ganz so anonym) Alkoholikern anzugehoeren. Der Wirt, der uns auf Spanisch zulallte, haette wohl auch selbst Gast in seiner Bar sein koennen.

Hier verabschiede ich mich mal wieder fuer die Woche.

Hasta luego, Claudio

 

 

7. Oktober 2007

Wieder sitze ich an einem Sonntag Abend da und versuche mich verzweifelt an alle Kleinigkeiten der Woche zu erinnern, die fuer mich teilweise zwar wichtig waren, aber eben nur fuer einen kleinen Zeitraum. Wenn ich nun mit dem Montag anfangen soll, faellt es mir schwer ueberhaupt etwas zu sagen, da ich mich zum Einen nicht recht erinnern kann und es zum Anderen ziemlich stark geregnet hat, sodass wir auch nicht voll durcharbeiten muessen. Fussballspielen ging es, wegen dem Regen, dann natuerlich nicht.

Der Dienstag war -glaube ich- schon um Einiges sonniger und die Arbeit lief besser. Allerdings wollten wir abends zu unserer Spanischnachhilfe, die uns dann aber vergessen hatte und zum Zahnarzt ging. Willkommen in Suedamerika!", kann man da wohl nur sagen. Oha, ich habe ganz vergessen die besten Geschichten von diesem Tag zu erzaehlen: Zum Einen war da das Mittagessen, bei dem wir uns Nudeln mit einer Tomatensosse aus einer Glasflasche machten. Schlau wie ich bin zestoerte ich diese beim Oeffnen und es kamen ein paar Splitter in die Sosse. Dies fiel mir dann besonders auf, als ich ein Stueck schluckte und mich kurz darauf gewaltsam meines Mageninhaltes entleerte. Soviel zu Geschichte Nummer 1. Bei der zweiten war es so, dass David und ich einen Ofen bei einem Nachbarn in der naechsten Strasse abholten. Auf dem Rueckweg raste dann -keine 30Meter von uns entfernt- ein Wagen vorbei. Dann hoerten wir einen Schuss und sahen nur noch wie der fahrende Polizist im Streifenwagen, der das Fluchauto verfolgte, seine Waffe wieder ins Fenster hereinzog. Zwei Sekunden spaeter kamen dann noch weitere 3 Streifenwagen an uns vorbei. Die anderen Menschen, die auf der Strasse unterwegs waren, schauten zwar kurz den Autos nach und wechselten ein paar Worte, hakten es dann aber wohl als "normal" ab. Fuer mich war es jedenfalls nicht normal, dass ein Polizist in einem Wohngebiet mal so eben aus seinem Wagen ballert. ;--)

Der Mittwoch war dann wirklich schoen, was mich bei der Arbeit zwar aufheitert, aber irgendwie auch daran denken laesst, was ich sonst Schoenes bei der Wetter machen koennte. Jedenfalls arbeiteten wir dann wieder in dem neuen Teil der Schule und strichen irgendwelche Sachen an der "normalen" Schule. Nachmittags wurde dann noch ein Baum geschnitten. Da kam dann ein riesiger Leiterwagen und die gesamte Straße wurde so mir nichts, dir nichts mal für ein, zwei gute Stunden gesperrt. Wir durften dann die brauchbaren Aeste wegtragen.

Am naechsten Montag ueberlies es mir Juan-Manuel dann alleine und im Regen, die gesamten Aeste, bzw. Staemme wegzuschaffen...dauerte dann nur so 3einhalb Stunden. Aber sonst konnte ich mich diese Woche wirklich nicht ueber die Arbeit beklagen.

Donnerstag war nicht gerade viel los und Freitags auch nicht: Nur normale Dinge eben, Essenkochen, Essen, Essen einkaufen...

Der Samstag war ebenfalls sehr gemuetlich, da wir erst eine halbe Stunde spaeter zur Arbeit erschienen und dann ersteinmal einen Mate bei Roberto einnahmen und ein schoenes Plaeuschchen hielten. Dann arbeiteten wir wieder und schliesslich tranken wir noch mehr Mate. Samstags und Sonntags waren auch noch Vorstellungen des Zirkuses der Schule, die auch immer mit Grillen verbunden sind. Hier setzten David und ich uns dazu und spielten mit den Kiddos ein bisschen Basketball. Am Samstag hat sich auch endlich wieder der Trainer des Tennisclubs gemeldet und mir gesagt, dass ich am Dienstag zum Probetraining kommen kann.

Heute, am Sonntag, ging es dann mit Alejandro Segeln. Mit ihm kam ich vor ein paar Wochen bei einem Schulfest ins Gespräch und er hatte mich in einen Segel- und Sportclub eingeladen. Um 7.00Uhr musste ich dann aber fuer den Spass aufstehen, was einem Sonntag alles andere als spaet (fuer mich) ist. Zuerst nahm ich erstmal den Bus an der Panamericana (das ist die riesige Schnellstrasse, die bei uns in der Naehe vorbei geht) zu Alejandros Haus. Ich war zu frueh dort und spazierte noch ein wenig durch Boulogne, wobei ich auch an der Goetheschule vorbeikam und allgemein wieder den großen Unterschied zwischen armen und reichen Vierteln in dieser Stadt festellen musste. Alejandro war -ganz argentinisch- nicht zu hause, als mir sein Vater die Tuer zu dem riesigen Haus, nach 15 Minuten Klingeln und Warten, aufmachte.Das Wetter spielte dann aber auch mit, die Sonne strahlte und wir hatten spaeter einen Moerder-Wind...sozusagen. Wir nahmen drei verschiedene Busse, bis wir am Rio de la Plata waren. Dort gingen wir dann in den privaten Club, in dem man Mitglied seien muss, um hereinzukommen (bzw. mitgebrachter Besucher aus dem Ausland). Alejandro zeigte mir ein wenig das Gelände, dass so riesig ist, dass man es mit deutschen Verhaeltnissen nicht beschreiben kann. Schliesslich trafen wir dann Ales Freunde und gingen mit den Vier-Mann-Booten aufs Wasser. Die See (bzw. der Fluss) waren an diesem Sonntag Morgen voellig verrueckt und ich hatte zwischendurch wirklich das Bedenken, dass wir in der naechsten Sekunde Kentern würden. "Santi", auch von unserer Schule, setzte mich dann ganz nach vorne, sodass ich voll im Fahrtwind sass und alles Wasser abwehrte, dass ihn sonst haette treffen koennen. Um auf den Punkt zu kommen: Es war Sch....kalt! Besonders, da ich nicht Schwimmsachen anhatte, sondern Baumwolle (oder irgendsolches Material^^), die sich schoen mit Wasser vollsaugte. Auf den Bildern macht, dass alles nicht den richtigen Eindruck, aber ich will es nochmal betonen: Skifahren in Boxershorts ist nichts dagegen! ;--)

Die Stadt sieht man vom Wasser aus natuerlich so, wie sonst nirgendwo und dass war sicherlich eine bleibende Erfahrung. Danach ging es dann ziemlich bald nachhause. So gut konnte ich mich uebrigens nicht mit den Argentinier unterhalten, da sie unter sich eben auch brabbeln wie sonst was und ich irgendwie auch nicht den leistungsfaehigsten Tag erwischt hatte. (Alejandro kann im Uebrigen einigermassen gut Englisch)

Vom heutigen Derby zwischen Boca und Riverplate (0:2) bekam ich kaum etwas mit, aber das Segeln war mir auch wichtiger. So, ich denke jetzt habe ich erstmal genug geschrieben, um euch ein wenig zu unterhalten.

Suerte, Claudio

 

 

30. September 2007

So, nun wird es wohl ein weiteres Mal Zeit für meinen kleinen Wochenrueckblick. Es ging also am Montag, wie gewohnt, mit einem Haufen Arbeit los. Die ganz Woche lang mussten die letzten Vorbereitungen für den "Zirkus", den ich mirnachher mit David zu Gemuete fuehren werde, gemacht werden. Und so war es auch nicht wirklich ueberraschend, dass wir dabei halfen die Buehne und die Kulissen in Ordnung zu bringen. Wir haben sogar Ueberstunden machen muessen, um alles fertig zu bekommen. An einem Tag sollte ich also noch etwas streichen und eine Lehrerin, die mir irgendwie noch nicht das Gefuehl gegeben hat mich leiden zu koennen, meinte ich muesse eine andere Flaeche mit Papier abdecken, um diese nicht zu besudeln. Martin sagte ihr und mir, dass dies nicht noetig waere und so habe ich es eigentlich auch gesehen. Jedenfalls stritten die beiden Lehrer dann ueber die Abdeckung, waehrend ich einfach weiterstreichte. Schliesslich verliess die Lehrerin (heisst uebrigens Liliana) den Raum. Als sie nach 10 Minuten zurueckkam, schnauzte sie mich erstmal richtig boese an, dass ich jetzt Papier benutzen muesse. Martin machte daraufhin ein paar seine ohnehin nie passenden Witze und ich war dermassen gereizt, dass es in mir drinne wirklich kurz vor knapp war...  Mir blieb nichts anderes übrig, als mich der Meinung Lilians zu fuegen.                                                 Diese kleine Anekdote soll hier nur einmal aufzeigen, wie es hier manchmal bei der Arbeit laueft. Ein Grossteil der Arbei wird naemlich mit Dissonanzen und kleinen unnoetigen Seitenhieben versuesst. Es waere falsch zu sagen, dass es immer so ist, aber wenn es vorkommt und der Tag sowieso nicht so ganz dir gehoert, dann ist es manchmal schon schwer weiter positiv zu denken.

Am Montag Abend waren wir jedenfalls (wenn ich von "wir" spreche, meine ich im Normalfall David und ich) mit Juan und ein paar seiner Kollegen Fussball spielen und die Abwechslung tat wirklich gut. Den Tennistrainer, den ich angerufen hatte, hat mich noch nicht wegen eines Termins zum Trainieren zurueckgerufen, also bin ich nicht gerade sportlich aktiv.

Unter der Woche (ich glaube, es war der Donnerstag) war David noch auf einer Fiesta und ich musste ihm, geweckt vom halbstuendigen Kratzen an der Tuer, die selbige oeffnen. Er verschlief dann erstmal den halben Tag und war nicht wirklich bei 100%. Gestern waren wir dann mit Sol (das Maedchen auf den aktuellen Bildern) und Miguel auf einer kleine Haus-fiesta und kamen auch erst morgens gegen 6/7 nachhause. Die Party war eine Verkleidungsparty und da wir keine richtigen Kostueme hatten ging ich 

eben in Tennissachen und mit Schlaeger hin. Ich glaube, so viel wie auf dieser Party habe ich noch nie getanzt. Die Leute dort haben mir auch versucht Cumbia -einen lokalen Tanz- und Musikstil- beizubringen, aber sehr begabt bin ich im Tanzen nicht.

Mit Juan wird es auch immer besser. Er war ja am Anfang noch etwas misstrauisch uns gegenueber, aber inzwischen laueft die Sache.

Am Dienstag waren wir natuerlich auch wieder bei der Spanischlehrerin zuhause. Gut, jetzt habe ich das Gefuehl, dass ich noch lange nicht alles wiedergegeben habe, was in dieser Woche passiert ist, aber mir will partout nicht mehr einfallen.

Also, suerte...

 

 

23. September 2007

Wieder eine Woche, die mit Arbeiten, Spanisch und Ausruhen gefuellt war. Dienstags hatte ich wieder Spanischnachhilfe bei Eujenia. Wir sind dann etwa eineinhalb Stunden bei ihr gewesen. Die Stunden sind eigentlich immer lustig, weil wir uns ganz normal unterhalten und die ganze Zeit Spaesse machen.

Die Arbeit diese Woche bezog sich fast ausschließlich auf den "Zirkus", der naechste Woche stattfinden wird. Dieser "Zirkus" wird von den Lehrern und den Schuelern der Schule organisiert, aber ich bin selbst einmal gespannt, wie er dann wirklich wird. (Ich denke, die Kulissen werden mit Abstand das Beste daran sein (--; )

Ein Tennistrainer von dem schon erwähnten Tennisclub hat sich zwar gemeldet, einen Termin für das erste Training habe ich aber noch nicht. Ich hoffe mal, dass das bald der Fall seien wird.

Am Donnertag Nachmittag durften David und ich dann in die Stadt, um unsere Rueckfluege buchen zu koennen. So sind wir dann nach dem Mittagsessen mit dem Zug in die Stadt und erst einmal zum Iberiazentrum. Mein Abflugsdatum ist der 31. Juli 2008. Ihr muesst euch also noch ein wenig gedulden mich wieder zu sehen. Natuerlich sind wir dann noch ein bisschen in Buenos Aires rumgelaufen und haben uns nochmal die Fussgaengerzone, das Regierungsgebäude und noch ein paar andere Sachen angeschaut. Ich bitte um Entschuldigung, aber ich habe meinen Fotoapparat zuhause vergessen gehabt. Soll heissen wieder keine guten Bilder von der Stadt -Sorry-. Die Stadt ist Uebrigen wirklich nicht mit irgendeiner europaeischen Stadt zu vergleichen. In Buenos Aires und der Provinz Buenos Aires wohnen etwa 20Millionen Menschen. Die Schere zwischen arm und reich ist so gross, wie nirgendwo sonst in Lateinamerika. Wenn es bewoelkt ist wird es außerdem nicht dunkel, da die Lichter der Stadt dann von den Wolken so reflekiert werden, dass man ueberall Licht hat.

Am Freitag wollte ich es dann ruhiger angehen lassen, aber Olga rufte bei uns an und fragte uns, ob wir kurzfristig in die Oper wollten. Sie hätte für den Abend Freikarten. So ging es wieder mit dem Zug in die Stadt und diesmal eben in die Oper Werther. In der Stadt gingen wir dann erstmal zum falschen Theather, weil ich fest eingebildet hatte es wäre dort. Der Sicherheitsmann belehrte mich dann eines Besseren. Die Oper war dann ganz in Ordnung, obwohl Opern nicht unbedingt meine Sache sind (Davids uebrigens auch nicht). Danach wollten wir in der Stadt noch eine Kleinigkeit essen und noch etwas trinken gehen, aber wir mussten erschreckender Weise feststellen, dass um 23.30Uhr in Buenos Aires schon mehr oder weniger die Bordsteine hochgeklappt werden. In den Restaurants, in die wir wollten, wurden wir abgewiesen, weil die Kuechen geschlossen hatten -miese Ausrede, haha-. Jedenfalls endeten wir dann im Mc Donalds.

Den Samstag wollten David und ich betont langsam angehen und erst um 8.30Uhr bei der Arbeit erscheinen. Dieser Plan wurde aber von Martin, der Lehrer, der eigentlich das Kommando über unsere Arbeiten hat, vereitelt. Er stand dann vor unserem Fenster, als wir gerade am Fruehstuecken waren. Es war aber ueberhaupt nich schlimm, dass wir zu spaet waren, weil Juan (unser direkt Vorgestetzer) auch noch nicht da war. Martin fand das, glaube ich, nicht so toll. (Schulinterne Hierarchie: David/ich - Juan - Martin) Jedenfalls durfte ich dann um 9.00Uhr bei Juan klingeln. Er empfing mich dann gebuehrend in Boxershorts und mit einem Kater. Der Tag zog sich irgendwie total, war dann aber auch irgendwann vorbei. Abends brachten wir dann noch Waesche zu einer Waescherei....also zu einem Familienbetrieb, mit drei Waschmaschinen. Beim Einkaufen haben wir dann noch festgestellt, dass die argentinischen Weine auch spottbillig sind. Die Weine die im Supermarkt vertrieben werden kosten so zwischen einem und 4 Euro. Man hat aber trotzdem eine ziemlich große Auswahl und der Wein schmeckt auch noch. haha.

So viel fuer heute. Hasta luego

 

 

17. September 2007

Das Wochenende ging wie gewohnt sehr schnell um und schon ist der Arbeitsalltag wieder da. Eigentlich wollten David und ich schon am Samstag in die Innenstadt gehen. Am Ende waren wir weder am Samstag, noch am Sonntag dort, dafür bei Davids ehemaliger Gastfamilie... ach ja, in der Zwischenzeit ist David uebrigens hier eingezogen. Jedenfalls war es recht schön bei der Gastfamilie, da diese auch deutschen Ursprung hat und in einem der reicheren Viertel der Umgebung wohnt. Dort waren wir am Samstag und am Sonntag und wichen so dem schlechten Wetter aus. Am Sonntag ging es dann auch noch mit dem Fahrrad ins Unicenter, aber irgendwie sind wir uns einig, dass dieses Einkaufszentrum zwar groß, dafür aber irgendwie nicht sehr toll ist: Man hat dort für alles ein Geschäft, findet aber trotzdem nicht die Dinge die man sucht.

Und heute? Ja, heute ging die Arbeit wieder los, obwohl es vergleichsweise kein sehr harter Arbeitstag war. Wir spielten zwischendurch sogar ein wenig Rugby mit den Kiddos. Nach der Arbeit nahm ich dann unser Zivibike -was auch genauso aussieht und fährt wie es sich anhört- und fuhr zu einem Tennisclub, der etwa eine halbe Stunde von hier entfernt liegt. Mit ein wenig Glück werde ich dann ab nächster Woche schon ins Training einsteigen koennen. Den Tennisclubs hatte mir übrigens der kleine Gastbruder von Davids Gastfamilie vermittelt. Direkt neben dem "Chamaco Club" ist auch eine deutsche Schule (Goetheschule), also denke ich, dass dort auch einige Leute Deutsch sprechen. Sonst gibt es aber nicht viel Neues. David guckt sich im Moment nach einem Tangokurs für uns um und wir hatten letzte Woche unsere erste offizielle Spanischstunde bei Eujenia.

 

12. September 2007

Das Wetter spiegelt heute ziemlich genau meinen Gesundheitszustand wider. Nur soviel: Es regnet wie aus Kuebeln. Gestern bin ich zur Arbeit gegangen und diese Entscheidung war wohl falsch, da ich schon gestern ein paar Fieberstoesse registrierte. So bin ich also heute wieder krank und werde gleich mit David zu Mittag essen. Was es gibt? Na klar, Nudeln! Ich habe seit Freitag (heute ist Mittwoch) NUR Nudeln als Hauptgericht gehabt und so langsam haengen sie mir zu den Ohren raus. Viel mehr gibt es momentan auch wirklich nicht zu berichten.

 

10. September 2007

Ein weiteres Wochenende kam und ging, nur dass ich leider nichts davon hatte. Und auch heute, an einem Montag Morgen, sitze ich wieder in meinem Haueschen, trinke einige Liter "Virginia"- Schwarztee, den ich mit ein paar Tropfen Zitrone, aus Olgas Garten, zu mir nehme, und schreibe ein wenig. Es gibt fuer mich momentan einfach nichts anderes zu tun, als mich auszuruhen und zu warten, was auf der einen Seite auch einmal erholsam, auf der anderen aber voellig langweilig ist.

Heute Morgen war ich bei Juan und hatte wirklich vor zu arbeiten, musste mir dann aber ziemlich schnell gestehen, dass mein Koerper wirklich noch nicht zur alten Form aufgelaufen war. So sah es Juan auch und draengte mir den Gedanken auf, wieder in meine 

Huette zu verschwinden. Diesem Gedanken ließ ich dann ziemlich schnell Handlung folgen und so sitze ich jetzt eben um 9.00Uhr an meinem Laptop und schreibe ein wenig.  

Ich denke, den Tag werde ich aehnlich wie das letzte Wochenende verbringen: ein wenig lesen, bei youtube ein paar videos anschauen und mich schließlich einfach nur hinlegen. Achja, nach einem Tennisclub habe ich auch  Ausschau gehalten und David gab mir die Adresse vom Club seines Gastbruders. Mit etwas Glueck werde ich also bald wieder die Keule schwingen koennen und mich dann wie Djokovic an ein paar netten Sharapova- und Nadal-Moves versuchen koennen. ;-)

 

 

7. September 2007

Kein sehr schoener Tag fuer mich: Heute Morgen wachte ich mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auf. Ich dachte, dass es nicht sehr gut ankommen wuerde, wenn ich schon zu einem so fruehen Zeitpunkt krank machen muesste, also raffte ich mich -nach dem ich mich uebergeben musste- auf und wollte zur Werkstatt. Auf dem Weg dorthin traf ich allerdings die Schulgruenderin, eine sehr alte Frau - die von allen nur "Fraeulein" genannt wird, weil sie nie verheiratet war und Deutsch spricht-, die mich sofort zurueck ins Bett schickte und den Schularzt kommen liess. Auf gut Deutsch: der Tag war gelaufen und ich schlief erst einmal noch ein paar Stunden, bevor ich dann anfing irgendeinen alten Schinken zu lesen, den ich hier im Haeuschen fand. Lediglich David kam ab und zu vorbei und versorgte mich mit Tee und Honig. Ich hoffe, dass es mir morgen wieder besser geht und ich mein Wochenende noch geniessen kann.

 

 

6. September 2007

Und wieder ging eine Woche vorbei, ohne dass ich es gemerkt haette. Eigentlich ist auch nicht allzu viel passiert, also hoffe ich mal, dass ihr mir noch einmal fuer meine schlecht Berichterstattung vergeben koennt.

Letzten Samstag hatten sich David und ich jedenfalls vorgenommen in die Stadt zu gehen (Habe ich ueberhaupt schon ueber David geschrieben? Er ist ebenfalls ein Helfer in der Schule, macht aber im Gegensatz zu mir ein Praktikum, also keinen Zivildienst). Daraus wurde allerdings nichts, da uns Juan kurzfristig auf ein Asado (für Rechtschreibfehler mache ich an dieser Stelle mein Rechtschreibfehlerprogramm verantwortlich^^), also zu einer Art BBQ eingeladen hatte. Dort lernten wir seine Kinder, Frau und noch drei andere Bekannte mitsamt Kindern kennen und unterhielten uns auf Spanisch/Englisch/Deutsch. Es war auch ziemlich lustig, Fernet und Wein waehrend der Mittagszeit, unter der prallen Sonne zu trinken...aber nein-sagen gilt hier nicht. Als wir uns dann schließlich verabschiedeten, ging es -anstatt in die Stadt- ins Unicenter, ein riesiges Einkaufszentrum. Dort schauten Anselmo und ich  sonntags dann auch das *Bourne-Ultimatum* im Kino an.

Meinen ersten kleineren Arbeitsunfall, der auch auf den Fotos zu sehen ist, hatte ich mit einem Bohrer, der sich in meine Hand bohrt und sich gleichzeitig um meinen Handschuh wickelte, sodass ich den Bohrer zwar losließ, er aber immer noch wie magisch in der Luft zu schweben schien. Die Situation war aber nur lustig und schlimm, bis auf einen kleinen Schock, auch nicht.

Gestern ist dann Anselmo nachhause geflogen, weshalb wir am Montag Abend noch einmal in einem Irishpub waren, um uns zu verabschieden.

Ihr fragt euch natürlich sicherlich warum ich noch keine Fotos von den Argentiniern auf meiner Seite habe. Nun, ich habe mir vorgenommen mich erst einmal einzuleben und dann erst anzufangen die Menschen hier mit Fotos zu nerven. (Okay, okay...ich gebe zu, dass ich bisher noch nicht viel Lust zum Fotografieren hatte).

Hasta luego (-wie ihr seht bin ich schon dabei, meinem Spanisch den noetigen Feinschliff zu verpassen. ;-))

 

 

29.August 2007

Endlich bin ich online. Ja, erst seit heute wohne ich in dem Haus, was eigentlich für mich vorgesehen war und erst hier habe ich einen Internetzugang, der halbwegs funktioniert. Ich bitte auch um Entschuldigung, da ich nicht gerade sehr viel Zeit für meine Texte und Bilder aufbringen kann. In den naechsten Wochen sollte die Seite jedoch langsam  Gestalt annehmen. Bis bald... und viel Spass mit der Seite.

 

 

25. August 2007

Die erste Woche ist geschafft und ich ebenfalls. Mein Koerper ist die konstante Anstrengung einfach nicht gewöhnt, was dann wohl auch erklären dürfte, warum ich extreme Rückenschmerzen habe. Mein erstes wirklich erarbeitetes Wochenende fühlt sich deshalb bisher auch noch nicht groß erholend an...

Was ist sonst noch diese Woche passiert?! Eigentlich keine schlechte Frage... Also, ich war mit Anselmo in der Stadt und habe dort ein paar Besorgungen gemacht. Die Stadt ist wirklich schön, aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln braucht man auch in etwa eine Stunde, bis man von Villa Adelina im Zentrum ist. Unter der Woche war ich dann auch noch ein zweites Mal mit Olga in der Stadt, da ihr Bruder dort wohnt (dort sind wir im Aufzug stecken geblieben, was  ziemlich lustig war). Am Samstag vor einer Woche war ich dann abends auf einem kleinen Konzert von Angeles Freund, Theo (hierzu findet ihr auch Bilder in Gallerie 1). 

Wie ihr schon seht, komme ich nicht gerade oft dazu Fotos zu machen oder ein paar Worte zu schreiben, aber wie ich ja schon erklaert habe, beansprucht mich die Arbeit. Die Zeit die ich dann eigentlich frei hätte, verbringe ich mit der Erholung meines Koerpers...soll heißen: keine Fiesta, sondern nur Siesta.

Nur einmal in der letzten Woche habe ich nach der Arbeit noch etwas gemacht und dass war Fussball spielen. Hier kann man kleine Fussballplätze mieten, wobei wir (die Schulmannschaft, bestehend aus Lehrern) jeden Mittwoch in einem halbjährigen Freizeittunier teilnehmen. Alle Argentinier sind ziemlich offen und nett, aber es ist immernoch ziemlich anstrengend und manchmal auch unmoeglich sich mit den Menschen zu verständigen.

Nun werde ich versuchen den Rest meines Samstages und den Sonntag zu geniessen. Hasta luego.

 

 

17. August 2007

Endlich arbeiten ;-)      Heute war also mein erster Arbeitstag und ich habe mich eigentlich ganz gut dabei gefuehlt. Es ist natürlich schon eine Umstellung 8 Stunden am Tag zu arbeiten, während ringsherum Schueler und Lehrer sind, aber der erste Tag war schon besser als ich gedacht haette. Die Arbeit ist relativ simpel und besteht im Großen und Ganzen darin den Hausmeister zu spielen. So strich ich einige Möbel an, sammelte die Hinterlassenschaften (um es einmal so zu formulieren) der Schultiere (Katzen, ein 60 Tage alter Hund und ein paar Gaense) auf oder transportierte verschiedene Dinge von A nach B. Juan-Manuel, mein Vorgesetzter, spricht gluecklicherweise wenigstens ein paar Brocken Englisch, sodass ich mich ganz gut mit ihm verstaendigen kann. Anselm kann zwar im Moment noch den Uebersetzer miemen, aber er wird in einer Woche auch schon aufhoeren zu arbeiten und spaetestens dann bin ich mehr oder weniger auf mich selbst gestellt. Spanisch lerne ich nur langsam...aber immerhin lerne ich es ueberhaupt. Zum Glueck gibt es ein paar Leute, die auch wirklich NUR Spanisch reden und bei denen ich die Sprache auch wirklich anwenden MUSS. Roberto, der Pförtner der Schule, ist z.B. so ein Kandidat. Er ist schon ein ziemlich lustiger Vogel: Etwa 60 Jahre alt, fast zahnlos, nett, aber trotzdem gerne Kraftausdruecke benutzend. Jaja, bei ihm haben wir auch heute schon unseren Mate geholt und auch die eine oder andere Pause eingeschoben...

Jetzt sitze ich wieder zuhause und erhole mich ein wenig bei einem guten Mate. Morgen werden Anselm und ich dann die Stadt unsicher machen.

 

 

16. August 2007

Wieder ein Tag zum Ausschlafen. Später ging es dann wieder zur Schule und zu meiner ersten Einsatzbesprechung, bei der ich dann erfuhr, dass es morgen schon für mich losgehen wird. Diese Besprechung war uebrigens sehr lustig, da drei Lehrer anwesend waren....der eine schwieg, der zweite sprach auf spanisch und die dritte uebersetzte für mich.

Zuhause sprach ich ziemlich lange (immer abwechselnd) mit Olgas Töchtern, was mir schon ziemlich hilft mich einzugewoehnen, da ich ja auf Spanisch nicht irgendwelche Leute anreden kann. Die Zeit ging dann heute auch wirklich schnell rum und nun ist schon wieder Abend, ohne dass ich irgendetwas gemacht haette außer Mate (ein suedamerikanisches Teegetränk) zu trinken und ueber Gott und die Welt zu reden.

 

 

15. August 2007

Mein erster Tag in einer neuen Stadt war relativ relaxed. Morgens konnte ich gemuetlich ausschlafen und merkte nichts von einem Zeitunterschied zwischen Deutschland und Argentinien. Als ich dann endlich wach war (gegen 10.00Uhr -also relativ human) war ich allein zu hause und machte mir eine Kleinigkeit zu essen, räumte meine Klamotten auf und machte mich schließlich auf den Weg zur Schule. Eigentlich hätte ich heute noch gar nicht hingehen müssen, aber sonst gab es nicht viel mehr  zu tun. Ein selbstgezeichneter Stadtplan wieß mir dann den 20-30 minuetigen Weg an.

Die Schule ist wirklich schoen und ich war auch sehr über die Größe der Einrichtung überrascht. Tausende Lehrer und Schüler wurden mir von Anselm vorgestellt, aber nur ein Bruchteil der spanischen Namen blieb auch in meinem Hirn hängen (Im Übrigen nennt man mich hier Claudio, finde ich aber eigentlich ganz okay). Es ist wirklich ziemlich schwer, wenn man auf einer Sprache vollgelallt wird, die man überhaupt nich kennt, aber es wird sicher bald besser (hoffe ich!).Das Häuschen in dem ich wohnen werde, ist total gut und bietet mir eigentlich alles was ich hätte erwarten können.                    Nach der Schulbesichtigung zeigte mir Anselm dann auch noch ein paar Dinge im Viertel und auch meine Bank. Ich hätte mir die Gegend eigentlich schlimmer vorgestellt, denn bis auf die Kriminalität in Buenos Aires, ist eigentlich echt alles locker.                 

Der restliche Tag wurde dann  mit Chillen und Konversation verbracht. Abends ging es nochmal mit dem Fahrrad und Olga einkaufen, aber sonst gab es  keine großen Aufregungen.

 

 

14. August 2007

So, da bin ich nun also. Ich stehe am Flughafen in Buenos Aires, ganz allein, mit meinen 7 Sachen und weiß nicht wo ich hin muss oder hin soll. Eigentlich sollte ich hier doch abgeholt werden, oder? Die schlimmsten Dinge schießen mir gleich durch den Kopf und ich weiß einfach nicht, ob ich mir selbst überhaupt noch trauen kann. Ich bin schon kurz davor jemanden anzusprechen...ein Schild mit meinem Namen kann ich einfach nicht entdecken.                                                                        Doch da! Es kommt jemand auf mich zu. Excuse me, what is your name?, will er wissen. Ich stelle mich vor und er identifiziert sich sofort als Anselm, der andere Zivi, der mich abholen soll. Ich bin heil froh und muss sofort erkennen, dass es auf der anderen Seite der Welt eben auch ein wenig anders läuft.                        Anselm stellt sich als total netter Bursche heraus, der hier wirklich einiges gelernt haben muss. Er kann sich ziemlich gut auf Spanisch verständigen und konnte zu Beginn seines Aufenthaltes genau so wenig Spanisch wie ich im Moment. Auf der Autofahrt zu meiner ersten Unterbringung bei Olga, erklärt er mir sofort alles mögliche, sodass ich sofort von der Informationsflut übermannt bin. (Das Taxi, welches wir nahmen, war übrigens kein normales Taxi, sondern ein privates Auto, welches uns entgeltich mitnahm...ist hier anscheinend normal^^.)  DIe Familie, bei der ich nun die ersten 2 Wochen verbringen werde, ist ziemlich lustig. Die Mutter, Olga, kann sogar Deutsch und dann sind da noch die 4 Toechter, die allesamt einen sehr netten Eindruck machen. Kompletiert wird das Haus dann noch von einer Dackeldame, einer Katze und einem Meerschweinchen, über welches ich erst heute morgen gestolpert bin (Ich habe mir schon überlegt, ob ich es heute Abend vielleicht auf dem Essenstisch wieder sehe  :-) )

Die Schule ist angeblich zu Fuss von hier zu erreichen und genau diesen Sachverhalt werde ich dann einmal bald testen.               

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

[Home][Berichte][Fotos][Links]

                                                                                                           admin@claudiuslindel.de

 

          Copyright (c) 2007 CML. All rights reserved.